Plakadiva 2022

PlakaDiva Magazin 2022 7 bracht.Wurde das Fahrzeugmit dem Smartphone aufgenommen, erschiendaraufhin imDisplay automatisch der Hinweis „Stop! Gaffen tötet“. EmotionalisierendeKommunikation im öffentlichenRaum „Der aktuelle PlakaDiva-Jahrgang zeigt, wie sich der öffentliche Raummit solchen innovativen Inszenierungen für eine relevante und emotionalisierendeKommunikation nutzen lässt“, sagt Katja Brandt. „So bleibt das Mediumimmerwieder überraschend und aktuell.“ Die CEODACHder AgenturMindshare bezieht ihreAussage ausdrücklich auch auf eineweitereKampagne, die es dann aber knappnicht auf die Shortlist schaffte, die der „Istanbul Konvention“. Sie zeigt Frauen, die mit nacktemOberkörper für dieUmsetzung der Richtlinie demonstrieren, dieGewalt gegen Frauen und häuslicheGewalt verhüten und rechtsverbindlich ahnden soll. Die Fotos sehen auswie eine Femen-Demonstration, allerdings sinddie Frauen von hinten abgebildet, ihr Rücken istmit Slogans bemalt. „DieMotivemit den schwarz beschrifteten Frauenkörpern sindprovozierend und schockierend“, sagt Katja Brandt. „Derart imöffentlichenRauminszeniert, entfalten sie eine besondere Eindringlichkeit. Das kann indieser Formnur Außenwerbung.“ DieKampagne #IstanbulKonvention umsetzen! hätte ihreKraft allerdings nicht entfalten können, wennnicht Ströer eine Reihe seinerWerbeflächen kostenlos zur Verfügung gestellt hätte. Entsprechend lobend äußern sich auch die Initiatorender Kampagne. Gleichzeitigwirft dies ein Licht auf eine langjährige Praxis der Branche, die eineAuseinandersetzungmit wichtigen sozialenBotschaften fördert: viele der Flächenwerden Absendernmit sozialenAnliegennahezu kostenfrei zur Verfügung gestellt. Bezahlen müssendie gemeinnützigenUnternehmen die Produktionskosten unddas Anbringen der Plakate, der Aushang ist frei. Inder Regel laufenbeimFAWdie Fäden für die Durchführung der Sponsoring-Kampagnen zusammen, andenen sich danndieMitglieder beteiligen können. Das Volumen ist durchaus beeindruckend und könnte somanchem OOH-Gegner indenKommunendas immer wieder zu hörendeArgument rauben, Außenwerbung verschandle nur das Stadtbild. Im vergangenen Jahrwurden über den FAW 131.000Citylights, 75.000Großflächen und 16.500Allgemeinstellen fürWerbebotschaften zur Verfügung gestellt, die soziale, wohltätige oder altruistische Ziele verfolgen. Zu denUnternehmen, die SponsoringKampagnen regelmäßig und intensiv nutzen, zählt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung BZgA. Seit 1993wirbt die Behörde mit ihrer Kampagne „GibAids keine Chance“, also zu einemZeitpunkt, als das Thema „Kondome“ noch stark tabuisiert war. Rund 85.000 Flächenwerden regelmäßig imJahr belegt, womitman in etwa 90Prozent der Gesamtbevölkerung erreiche, so die zuständige ReferentinVerena Lulei. Inzwischenwurde der inhaltliche Schwerpunkt verlagert. Neben einer HIV-Präventionwirbt die BZgA für die Früherkennung vonGeschlechtskrankheiten. „Wir nutzenPlakat, umfür unsere Botschaften einGrundrauschen zu erzeugen. Botschaften, die jeder kennen sollte“, erläutert Verena Lulei. Dazuwerden auch andereMedienkanäle genutzt. Aber OOH ist die Brücke, über die das Thema indieÖffentlichkeit transportiert und so zumDiskussionsstoff wird. Lulei: „Plakate helfen, die gesamteÖffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren.“ Nackte Wahrheit: In mehreren deutschen Großstädten drängen intensive Bilder öffentlich auf die Umsetzung der Instanbul Convention und ein Ende von Gewalt gegen Frauen. ABBILDUNG: FEMEN / FOCG / CHANGE.ORG

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